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HL7 und IHE Deutschland gründen Spitzenverband

HL7 Deutschland (www.hl7.de) und IHE Deutschland (www.ihe-d.de) sind in ihrer Zusammenarbeit durch die Gründung des Spitzenverbands IT-Standards im Gesundheitswesen (SITiG) in die nächste Phase gegangen.

Der Spitzenverband soll die Interessen aller Standardisierungsorganisationen auf der politischen Ebene wahrnehmen und als zentraler Ansprechpartner für Parlament und Regierung sowie für die Organisationen der Selbstverwaltung auftreten, um gemeinsam die Standardisierung im Bereich der Informationstechnologie im Gesundheitswesen zu fördern.
Die Förderung und Verbreitung von internationalen IT-Standards zwischen allen Gesundheitsdienstleistern und den Patienten/Bürgern sowie die Kooperation unter den Standardisierungsorganisationen stehen dabei im Vordergrund. Dabei soll Einhaltung und Förderung von Prozessen maßgeblich sein, die durch Konsens, Transparenz, Ausgeglichenheit und Offenheit bei der Entwicklung von IT-Standards im Gesundheitswesen angewendet werden.

Als Vorsitzende wurde Prof. Dr. Sylvia Thun (Hochschule Niederrhein) und als stellvertretender Vorsitzender Alexander Ihls (Intersystems) gewählt.

Deutscher Herzbericht 2016 stellt Herz-Medizin ein gutes Zeugnis aus

Der heute in Berlin vorgestellte aktuelle Deutsche Herzbericht 2016 zeigt einige beeindruckende Fortschritte der deutschen Herz-Medizin und deren Auswirkungen auf die Gesundheit und das Überleben. Zwar zeigen die Statistiken, dass Herzerkrankungen nach wie vor zu den häufigsten Gründen für eine Krankenhausaufnahme zählen, allerdings überleben immer mehr Patienten diese Leiden. Männer erkranken öfter am Herzen als Frauen, bei Frauen verlaufen diese Krankheiten aber häufiger tödlich.
Der heute vorgestellte Deutsche Herzbericht 2016 stellt der deutschen Herz-Medizin ein gutes Zeugnis aus. Zwar zeigen die Statistiken, dass Herzerkrankungen nach wie vor zu den häufigsten Gründen für eine Krankenhausaufnahme zählen, die gute Nachricht ist aber, dass immer mehr Betroffene diese Leiden überleben. „Noch 1990 starben 324,8 von 100.000 Einwohnern an den häufigsten Herzerkrankungen, 2014 waren es 256,1“, erklärt der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK), Prof. Dr. Hugo Katus (Universitätsklinikum Heidelberg). „Dieser Rückgang um 21,15 Prozent dokumentiert auf eindrucksvolle Weise den Stellenwert und die Fortschritte der deutschen Herz-Medizin.“

Angeführt wird die Erfolgsstatistik von Krankheiten, die auf angeborene Fehlbildungen zurückgehen. Im Vergleich zu 1990 ging die Zahl der dadurch bedingten Todesfälle pro 100.000 Einwohner (Sterbeziffer) um 66,67 Prozent zurück. Gleich dahinter folgen bereits die beiden häufigsten Herzerkrankungen: An einer Herzinsuffizienz starben 2014 um 33,05 Prozent weniger Patienten als 1990, bei Patienten mit koronaren Herzerkrankung (Angina Pectoris, Herzinfarkt) um 31,02 Prozent. „Wegen der Erkrankungshäufigkeit haben die Entwicklungen bei diesen beiden Krankheitsbildern wesentlich zur reduzierten Gesamt-Sterblichkeit bei Herzerkrankungen beitragen“, so Prof. Katus.

Herzmedizinische Versorgung: Steigerung auf hohem Niveau
„Die Zahlen zeigen nicht nur, dass die Herz-Medizin in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten erhebliche Fortschritte erreicht hat“, zieht Prof. Katus Bilanz. „Besonders erfreulich ist, dass selbst auf hohem Niveau noch Verbesserungen erzielt werden konnten.“ So zeigt sich, dass die Sterbeziffer der häufigsten Herzkrankheiten 2014 um 4,76 Prozent unter dem Wert von 2013 liegt – ein Trend, der sich bei nahezu allen Erkrankungsformen zeigt: Bei Fehlbildungen sank die Sterbeziffer von 2013 auf 2014 um 16,67 Prozent, bei den koronaren Herzerkrankungen um 6,46 Prozent, bei Patienten mit Herzinsuffizienz um 3,17 Prozent und bei den Rhythmusstörungen um 2,16 Prozent. Lediglich bei den Herzklappen-Krankheiten blieb die Sterbeziffer mit 19,7 bzw. 19,8 praktisch konstant.

Ungebrochener Positivtrend beim Herzinfarkt
Ein akuter Herzinfarkt musste in Deutschland 2015 in 219.217 Fällen diagnostiziert werden. Zwei Drittel davon betrafen Männer. Damit ist die Zahl der Herzinfarkte leicht rückläufig.

Viel deutlicher aber sank die Sterbeziffer. 2014 verstarben an akutem Herzinfarkt 59,3 pro 100.000 Einwohner. Im Vergleich zum Jahr davor ist das ein Rückgang von 7,92 Prozent, im Langfristvergleich mit dem Jahr 1990 sogar von 44,79 Prozent. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen: „Neben einem effizienteren Rettungs- und Notarzt-System sind vor allem die Verbesserung der strukturellen und therapeutischen Maßnahmen in den Krankenhäusern für die deutliche Reduktion der Mortalität beim akuten Herzinfarkt verantwortlich“, erklärt DGK-Präsident Prof. Katus. „Einen wichtigen Beitrag hat hier die bessere Diagnostik des Herzinfarkts durch Troponin-Messungen geleistet, die wir in Heidelberg entwickelt haben.“ Auch der Zeitraum vom Eintreffen im Krankenhaus bis zur lebensrettenden Katheder-Behandlung („Pforte-Ballon-Zeit“) wurde weiter optimiert und es wurden neue Techniken zur Wiedereröffnung der verschlossenen Blutgefäße eingeführt. Auch der Einsatz von Stents zum Offenhalten verengter oder verschlossener Blutgefäße, eine optimierte Thrombolyse (Blutgerinnsel-Auflösung) und eine immer bessere medikamentöse Begleittherapie spielen eine wichtige Rolle.

Bestätigt hat sich ein Befund, der auch in den Vorjahren schon sichtbar wurde: Bei Frauen lag die Sterbeziffer bei dieser Indikation mit 50,8 pro 100.000 Einwohner um 25,6 Prozent niedriger als bei den Männern. Prof. Katus: „Das bestätigt einmal mehr, dass Männer beim akuten Herzinfarkt eine deutlich ungünstigere Prognose haben als weibliche Patienten.“

Die meisten Herzkrankheiten sind für Frauen gefährlicher
Damit ist der Infarkt aber die Ausnahme. Von den angeborenen Fehlbildungen, wo die Sterberate für beide Geschlechter ähnlich niedrig ist, abgesehen, gilt für alle anderen im Herzbericht ausgewerteten Diagnosen: Männer erkranken öfter am Herzen, aber bei Frauen verlaufen diese Krankheiten häufiger tödlich. So entfallen 57,9 Prozent aller durch Herzleiden bedingten stationären Krankenhausaufnahmen auf Männer. Dennoch beträgt die Sterbeziffer für alle Diagnosen zusammengerechnet bei Frauen 268,2, bei Männern 243,7 pro 100.000 Einwohner.

Besonders eklatant ist der Unterschied bei der Herzschwäche. Obwohl Frauen mit 540,4 und Männer mit 541,7 Fällen pro 100.000 Einwohner etwa gleich oft betroffen sind, gibt es bei der Sterblichkeit ein deutliches Gefälle. Für Männer beträgt die Sterbeziffer 40,3, für Frauen 68,9 pro 100.000 Einwohner, sie ist damit um 71,2 Prozent höher.

In abgeschwächter Form gilt das auch für die Herzklappenkrankheit. 2014 verstarben bundesweit 19,8 Menschen pro 100.000 Einwohner mit dieser Diagnose. Waren es bei Männern 15,5, lag der Wert bei Frauen 54 Prozent darüber bei 23,9.

Bei den Herzrhythmusstörungen schließlich liegen Frauen mit 37,8 Todesfällen pro 100.000 Einwohner um 48,2 Prozent über der Sterbeziffer bei Männern. „Diese Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind zum Teil unerwartet groß und nicht ohne weiteres erklärlich“, so Prof. Katus.

Negativtrend bei Herzklappenkrankheiten und Herzrhythmusstörungen erklärbar
Abweichend von den generell positiven Befunden, weist der Herzbericht 2016 für zwei Gruppen von Herz-Krankheiten einen gegenläufigen Trend aus: Im Vergleich zu 1990 lag die Sterbeziffer bei den Herzrhythmusstörungen insgesamt um 85,38 Prozent höher, bei den Herzklappen-Krankheiten sogar um 153,85 Prozent.

Paradoxerweise sind aber auch diese Zahlen ein Beleg für die Fortschritte in der Herz-Medizin. „Wenn es für eine Krankheit neue oder verbesserte Diagnosemöglichkeiten oder Behandlungsmethoden gibt, führt das immer zu einer gesteigerten Wahrnehmung und damit zu einem scheinbaren Anstieg der Morbidität, aber auch zu einer häufigeren Zuordnung der Diagnose auf den Totenscheinen“, erklärt Prof. Katus. Zudem wird die Bevölkerung, nicht zuletzt durch die verbesserten medizinischen Rahmenbedingungen, immer älter und damit für Herzleiden anfälliger. „Viele Patienten, die heute mit einer geschädigten Herzklappe behandelt werden, wären früher zum Beispiel an einem akuten Herzinfarkt gestorben“, so Prof. Katus.

Herzkrankheiten immer noch Todesursache Nummer 1
So beeindruckend die Behandlungserfolge sind, so ernüchternd fällt nach wie vor die Bilanz über die Häufigkeit von Herzerkrankungen aus. Von den insgesamt 19,76 Millionen Fällen, die 2014 im Rahmen der Krankenhausdiagnose-Statistik erfasst wurden, waren 1,68 Millionen (8,5 Prozent) auf die häufigsten Herzleiden zurück zu führen. Insgesamt sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen für zwei Drittel aller Todesfälle in Deutschland verantwortlich und somit unverändert die Todesursache Nummer 1. Die drei Krankheitsgruppen chronische ischämische Herzkrankheit, akuter Herzinfarkt und Herzinsuffizienz machten knapp die Hälfte der zehn häufigsten Todesursachen aus.

„Die anhaltend hohe Morbidität von Herzerkrankungen zeigt, dass wir in der Prävention nach wie vor hohen Handlungsbedarf haben“, so Prof. Katus. „Ansatzpunkte gibt es dafür genug. Wir kennen die Risikofaktoren etwa für koronare Herzerkrankungen sehr genau. Rauchen, Übergewicht, Diabetes mellitus, Depressionen und sportliche Inaktivität sind bei Menschen mit niedrigem Sozialstatus deutlich erhöht. Hier liegen präventive Ansatzmöglichkeiten zur Senkung der Sterblichkeit.“

Quelle: DGK

Personal-Trainer zum Anziehen: Intelligente Trainingskleidung gewinnt Fashion Fusion Award

Das Konzept eines persönlichen virtuellen Fitnesstrainers geht als erster Sieger aus dem Fashion Future Challenge 2017 hervor. Das System aus intelligenter Sensorik-Kleidung und entsprechenden Anwendungen erfasst Bewegungen und gibt Feedback für individuelles Training.

Das System basiert auf einem in die Kleidung integrierten sensorischen Gewebe, welches die Bewegungen über Formveränderungen durch Muskelkontraktionen erfasst und dadurch wesentlich präziser ist als herkömmliche Bewegungssensoren. Entwickelt wurde diese Technologie am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI). Die Grundlagen hierfür entstammen dem europäischen Forschungsprojekt SimpleSkin. Die intelligente Trainingskleidung misst damit Atmung, Muskelanspannung, Balance und Puls und gibt daraus Rückmeldung zur Körperhaltung und richtigen Ausführung von Sportübungen.

Hinter dem nun ausgezeichneten Konzept steht ein interdisziplinäres Entwicklerteam: Gernot Bahle und Bo Zhou, IT-Wissenschaftler im Forschungsbereich Eingebettete Intelligenz am DFKI in Kaiserslautern sowie Lorenzo Fürg, Student der Sportwissenschaften an der Universität Passau. Auf der Berlin Fashion Week nahmen die Gewinner die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung entgegen, nachdem sie das Konzept der Jury und der Öffentlichkeit präsentiert hatten.

Modulare Architektur ermöglicht vielfältige Anwendungen

Weiterer zentraler Bestandteil ist eine modulare Software-Architektur für den Datenaustausch mit anderen Geräten. Diese ermöglicht das individuelle Trainingsfeedback für vielfältige Anwendungen über verschiedenste Mobilgeräte. Dargestellt wurde diese Interaktion in Zusammenarbeit mit Carl Zeiss mit einem zum Trainingsoutfit gehörenden Head Mounted Display.

Prof. Paul Lukowicz, Forschungsbereichsleiter für Eingebettete Intelligenz am DFKI ist stolz auf das Team und die Auszeichnung: „Der Erfolg beim Fashion Fusion Award unterstreicht das enorme Zukunftspotential von Wearable-Technologien für verschiedenste Anwendungsbereiche, wie Sport, Reha, Medizin, Arbeitssicherheit, Lifestyle oder weitere neuartige Anwendungen im alltäglichen Gebrauch.“ Im DFKI-Kompetenzzentrum Wearable AI erforscht Lukowicz gemeinsam mit Prof. Gesche Joost, Leiterin des Forschungsbereiches Interaktive Textilien am DFKI, ebensolche Konzepte für Sensorik, Datenanalyse und Integration am Körper getragener Technologien.

Über den Fashion Fusion Award

Die von der Deutschen Telekom initiierte Fashion Fusion Challenge ist ein Wettbewerb, der Kreative aus Technologie und Fashion zusammenbringt um zukunftsweisende Konzepte für „smarte“ Kleidung zu entwickeln. Ziel ist es relevante, funktionale, nachhaltige, aber vor allem intelligente Mode mit Mehrwert zu entwickeln. Fashion Fusion wird unterstützt von Intel, WIRED Germany und Adidas sowie von der PREMIUM Modemesse und der #FASHIONTECH Berlin Konferenz.
Aus über hundert Bewerbungen wurden zwölf Teams ausgewählt, die 3 Monate lang ihre Konzepte in einem entsprechend ausgestatteten Labor, dem Fashion Fusion Lab Berlin, und mit Beratung durch Experten aus Industrie, Wissenschaft, Fashion-Branche und Startup-Szene zur Marktreife weiterentwickeln konnten.

Schirmfrau der Fashion Fusion Challenge Claudia Nemat, im Vorstand der Deutschen Telekom verantwortlich für Technologie und Innovation: „Dieser Wettbewerb war für uns ein spannendes Experiment, mit dem die Telekom branchenübergreifend Neuland betreten hat. Die Vielfalt der eingereichten Projekte hat unsere Erwartungen bei weitem übertroffen. Digitalisierung revolutioniert derzeit die Modebranche und ist auch unser großes Thema. Wir können sichere Konnektivität für vernetzte, intelligente Mode liefern und so ein starker Partner für die großen und kleinen Macher von intelligenter Mode sein. Deshalb freue ich mich, dass wir den Wettbewerb 2017 fortführen und in die 2. Runde gehen werden.“

Auch die Kuratorin des Wettbewerbs Lisa Lang, CEO ElektroCouture, betont die Bedeutung der Fashion Fusion Challenge für die noch junge Fashion-Tech-Branche: „Fashion Fusion bringt zwei Industrien zusammen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben: Mode und Technologie. Das Internet der Dinge ermöglicht es heute, dass Kleidung intelligent wird. Designer und Ingenieure müssen diese Herausforderung gemeinsam annehmen und gestalten. Wettbewerbe wie der von der Telekom helfen dabei, Menschen, Ideen und Unternehmen zusammenzubringen, damit Neues entsteht.“

Quelle: DFKI

Studie: Ärzte zeigen großes Interesse an Videosprechstunden

Rund die Hälfte aller Ärzte kann sich vorstellen, Videosprechstunden mit Patienten abzuhalten: Während im Vorjahr rund ein Drittel der Ärzte dieser Option gegenüber aufgeschlossen war, ist es mittlerweile fast die Hälfte (2015: 38,7 Prozent, 2016: 47 Prozent). Der Anteil der Gegner sank von 61,3 Prozent auf 53 Prozent.

Diejenigen Ärzte, die Videosprechstunden positiv gegenüberstehen, wurden zusätzlich gefragt, bei welchen Patientengruppen sie sich diese Kommunikationsform besonders gut vorstellen könnten. An erster Stelle nannten sie dabei Patienten, die nur eingeschränkt mobil sind (81,6 Prozent). Weitere sinnvolle Zielgruppen wären Patienten, die einen weiten Anfahrtsweg zur Praxis haben (72,3 Prozent) sowie chronisch kranke Patienten (52,8 Prozent).

Mit ihrer Studienreihe „Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit“ beobachtet die Stiftung Gesundheit seit 2005 die Einstellung niedergelassener Ärzte zu wiederkehrenden und aktuellen Themen.

Die detaillierten Ergebnisse finden Sie hier.

Quelle: Stiftung Gesundheit

Interprofessionelles Simulationstraining für den Notfall an der Charité gestartet

Ob Herzinfarkt oder Verkehrsunfall – Notfallsituationen erfordern ein reibungsloses Miteinander von Rettungsdienst, Notaufnahme und Klinik. Die Charité – Universitätsmedizin Berlin hat jetzt das Simulationstraining IN-PRO-SIM für Medizinstudierende, Fachweiterbildende der Notfallpflege und angehende Notfallsanitäter der Berliner Feuerwehr gestartet.

Im Lernzentrum der Charité konnten sich heute 46 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in zielgerichteter Kommunikation und teamübergreifender Zusammenarbeit bei der Versorgung von Notfällen üben. Es wurde gemeinsam trainiert: beginnend mit der Versorgung am Unfallort, dem Transport und der Übergabe der Patienten in der Rettungsstelle bis hin zur ärztlichen Versorgung. Behandelt wurden beispielsweise ein verunglückter Radfahrer, der nach einem schweren Sturz über Schmerzen in der Hüfte und im Halswirbelbereich klagt, sowie ein Mann, der auf dem Fußballplatz kollabiert ist und noch während des Transports von den Sanitätern wiederbelebt werden muss. Die Szenarien wurden mit Simulationspatienten und Simulationspuppen geprobt. Die Instruktoren gaben den Teilnehmern im Anschluss ein Feedback zur Versorgung der Patienten und vor allem zur Arbeit im interprofessionellen Team.
    
Für die Charité steht die praxisorientierte Ausbildung im Fokus. Mit dem Projekt IN-PRO-SIM wird bereits im frühen Stadium der Ausbildung die interprofessionelle Zusammenarbeit trainiert. Bei ihrem Abschluss verfügen die Absolventen dann über einen großen Erfahrungsschatz, der ihnen speziell in diesen herausfordernden Situationen eine Sicherheit gibt. In diesem Jahr wird es insgesamt fünf Simulationstrainings geben, bei denen sich der notfallmedizinische Nachwuchs für den Ernstfall vorbereiten kann.

Telenotarzt und Ersthelfer sollen Notfallversorgung im Landkreis Vorpommern-Greifswald verbessern

Der Eigenbetrieb Rettungsdienst des Landkreises Vorpommern-Greifswald plant gemeinsam mit der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Greifswald seit längerer Zeit ein umfassendes neues Konzept für den Rettungsdienst, welches nun umgesetzt werden kann. Mit dem Vorhaben „Land|Rettung“ soll die Notfallmedizin, insbesondere unter den speziellen Anforderungen des dünn besiedelten ländlichen Raumes, spürbar verbessert werden.

Einsatz eines Telenotarztes
„Land|Rettung“ basiert vor allem auf dem Einsatz des Telenotarztes und auf der flächendeckenden Schulung von medizinischen Laien als Ersthelfer. Weitere Bausteine des Projektes sind die „Smartphone-basierte Alarmierung von Ersthelfern“ und die „Bessere Verzahnung zwischen kassenärztlichem Notdienst und Rettungsdienst“. Das von Prof. Dr. Klaus Hahnenkamp, Direktor der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Greifswald, initiierte Projekt wird über drei Jahre mit insgesamt 5,4 Millionen Euro durch den Innovationsfonds der Krankenkassen gefördert.

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe begrüßt das Modellprojekt. „Für den ländlichen Raum brauchen wir innovative Lösungen in der Gesundheitsversorgung. Die durchgängige Notfallversorgung ist dabei eine wesentliche Aufgabe der Daseinsvorsorge. Das Projekt ist ein Beitrag, die Notfallmedizin in unserem Flächenland weiter zu verbessern“, sagte Gesundheitsminister Glawe.

Notfallversorgung weiter verbessern
„Das Projekt Land|Rettung zielt darauf ab, die Notfallversorgung im Landkreis Vorpommern-Greifswald weiter zu verbessern. Dabei handelt es sich um ein Konzept, welches aus vier Säulen besteht und dessen zentrales Element der Telenotarzt darstellt“, erläutert Dezernent Dirk Scheer. Der Telenotarzt überbrücke in Gebieten mit längerer Anfahrt die Zeit, bis der tatsächliche Notarzt am Einsatzort eintreffe. „Dabei steht der Telenotarzt über Funk mit dem Rettungswagen in Verbindung und kann so die Rettungsassistenten mit ärztlicher Kompetenz unterstützen. Auf seine Weisung hin und unter seiner Aufsicht können Rettungsassistenten und Notfallsanitäter schon mit der medikamentösen Therapie beginnen, während der Notarzt noch auf der Anfahrt ist“, ergänzt Hahnenkamp.

Dies bedeute gerade in ländlichen Regionen einen wesentlichen Zeitgewinn. Auch bei Verlegungen, so Hahnenkamp, könne das Telenotarzt-System eingesetzt werden, um Patienten während des Transportes noch besser zu überwachen und die Patientensicherheit weiter zu erhöhen.

Gesundheitsministerium unterstützt Projekt
Für Patienten mit einem Herz-Kreislaufstillstand sollen im Rahmen des Projektes zudem geschulte Laien und ausgebildete Ersthelfer die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken.

Das Gesundheitsministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern unterstützt das Vorhaben mit bis zu 35.000 Euro aus Landesmitteln im Jahr 2017. Die Mittel werden für die so genannte Laienreanimation eingesetzt. Sie ist eine Säule des Projekts. Ziel dabei ist, flächendeckend die Wiederbelebungskompetenz und die Motivation der Bevölkerung zur Hilfeleistung zu aktivieren und zu schulen. Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit ist Kooperationspartner des Projekts und wird die Umsetzung des Projekts begleiten.  

„Zusätzlich ist beabsichtigt, die Zusammenarbeit des Kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes, des Rettungsdienstes und der Notaufnahmen neu zu ordnen sowie effizienter zu gestalten“, so Dr. Lutz Fischer. Der Ärztliche Leiter Rettungsdienst des Landkreises freut sich auf die intensive Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung und den Krankenkassen als weitere Unterstützer des Projektes. Während der gesamten Erprobungsphase, so Fischer, werde zudem sehr genau geschaut, ob sich die neue Versorgungsform in medizinischer und wirtschaftlicher Hinsicht im Vergleich zur bisherigen Struktur als besser erweise.

„So erfolgt im Eigenbetrieb Rettungsdienst des Landkreises beispielsweise eine Auswertung hinsichtlich der Verfügbarkeit und medizinischen Qualität von Notarzteinsätzen sowie deren Kostenentwicklung“, sagte der Leiter des Eigenbetriebes Timm Laslo. Zudem werde in einer arbeits- und organisationswissenschaftlichen Evaluation untersucht, wie sich die Kooperationsbeziehungen entwickeln, welche Widerstände einer Vernetzung im Wege stehen und welche Impulse die Umsetzung erleichtern. Das Projekt, welches vom stellvertretenden Ärztlichen Leiter Rettungsdienst Dr. Peter Brinkrolf geleitet wird, erhält für eine Laufzeit von drei Jahren eine Förderung von insgesamt knapp 5,4 Millionen Euro.

„Im Erfolgsfalle, auf den wir mit allen Kräften hinarbeiten, kann das Projekt auf den gesamten Rettungsdienst im Landkreis ausgeweitet und auch in ähnlich dünn besiedelten Regionen in Mecklenburg-Vorpommern und in anderen Bundesländern in das bestehende Gesundheitssystem eingebaut werden“, blickt Dezernent Scheer optimistisch in die Zukunft.

Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit des Landes Mecklenburg-Vorpommern

Medikationsplan: bvitg weist Vorwürfe der KBV zurück

Im Hinblick auf die scharfe Kritik der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) an der Implementierung des Medikationsplan-Software-Moduls in die zugehörigen Praxisverwaltungssysteme (PVS) seitens der Industrie, stellt Ekkehard Mittelstaedt, Geschäftsführer des Bundesverbands Gesundheit-IT – bvitg e.V., folgendes fest:

1. Die fristgerechte digitale Umsetzung des Medikationsplans konnte überhaupt nur deshalb gelingen, weil die bvitg-Mitgliedsunternehmen bereits seit Jahren hohe Summen in dessen Entwicklung investiert haben und sich die Akteure – auch die KBV –  auf Basis eines von und mit der Industrie entwickelten Standards gemeinsam mit bvitg, ADAS und HL7 auf eine technische Spezifikation geeinigt haben.

2. Der Aufwand für die initiale Erstellung, die Pflege und die erforderliche Weiterentwicklung durch die Softwarehersteller für das zusätzliche Modul ist erheblich. Letztlich handelt es sich um Investitionen, die die niedergelassenen Ärzte aufgrund einer vom Gesetzgeber gewollten – und für die Patienten äußerst sinnvollen – Regelung zu leisten haben. Dabei obliegt es nicht der KBV darüber zu urteilen, wie die Unternehmen für die Umsetzung der neuen Vorgaben die Ausgaben für angefallene, notwendige Investitionen wiedereinnehmen.

3. Die Forderung nach einer angemessenen Refinanzierung für diese Investition ist verständlich. Es ist aber unverständlich, dass die Ärzteschaft zu Recht eine angemessene, zu den Pauschalen zusätzliche Vergütung für die Arbeit der Erstellung und Pflege des Bundesmedikationsplans fordert, zugleich aber den Softwareherstellern ebendiese Vergütung mit dem Verweis auf bestehende Pauschalverträge verwehrt.

4. Statt kostenlose Software-Module zu fordern oder gar der KBV zu gestatten, selbst Marktteilnehmer im Bereich der Gesundheits-IT zu werden, sollte sich die KBV darauf besinnen bei der Refinanzierung der gesetzlich geforderten Investitionen angemessene Vergütungen zu verhandeln. Im Übrigen könnte auch die KBV solche Software-Module nicht kostenlos programmieren lassen und müsste sie auf anderem Wege durch die Ärzte refinanzieren. Dieses Verhalten bedeutet einen Rückschritt in der Zusammenarbeit aller Akteure.

Zum Hintergrund: Fristgerecht legten Mitte 2016 die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), der Deutsche Apothekerverband (DAV) und die Bundesärztekammer (BÄK) eine Vereinbarung zum bundeseinheitlichen Medikationsplan vor, zur der auch eine technische Spezifikation angehört, die in enger Abstimmung mit dem Bundesverband Gesundheits-IT e.V. (bvitg), dem ADAS – Bundesverband Deutscher Apotheken-Softwarehäuser e. V. und HL7 Deutschland e.V. erstellt wurde. Im Hinblick auf die entstehenden Kosten bei der Implementierung des Software-Moduls in die zugehörigen Praxisverwaltungssysteme (PVS) kritisiert die KBV nun die Praxissoftwarehersteller scharf. Deshalb bezieht der Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e.V., der die führenden IT-Anbieter im Gesundheitswesen vertritt, Stellung.

Quelle: bvitg

jameda übernimmt mit Patientus deutschen Marktführer für Videosprechstunde

jameda (www.jameda.de), Deutschlands größte Arztempfehlung und Marktführer für Online-Arzttermine, hat zum 1. Januar 2017 den führenden Anbieter für Online-Videosprechstunden, die Patientus GmbH (www.patientus.de), erworben. Damit stellt jameda künftig Ärzten und Patienten eine hervorragende Kommunikationslösung zum Abhalten von Videosprechstunden zur Verfügung, eine Leistung, die als Bestandteil des E-Health-Gesetzes ab dem 1. Juli 2017 in die vertragsärztliche Regelversorgung einfließen wird.

Dr. Florian Weiß, CEO von jameda: „Wir freuen uns, mit der Übernahme von Patientus einen weiteren Beitrag zur effizienten Patientenversorgung zu leisten. Patientus ergänzt unser bisheriges Angebot der Arztsuche und Online-Terminbuchung auf ideale Art und Weise. Mit der Videosprechstunde ermöglichen wir Ärzten und Patienten künftig den direkten digitalen Kontakt ohne räumliche Hindernisse.“
Patientus wurde 2012 von Jonathan von Gratkowski, Christo Stoyanov und Nicolas Schulwitz in Lübeck gegründet.

jameda baut Position als führender digitaler Mittler zwischen Arzt und Patient weiter aus
Auf jameda finden jeden Monat mehr als 5,5 Mio. Patienten den passenden Arzt und buchen ihren Arzttermin häufig direkt online. Damit ist jameda der führende digitale Mittler zwischen Arzt und Patient – eine Position, die das Unternehmen mit der Übernahme von Patientus weiter ausbaut. Dazu Fritz Edelmann, COO von jameda: „Das Ziel von jameda ist es, Patienten zum passenden Arzt zu führen und so zum Vorteil für beide Seiten für mehr Effizienz in der Gesundheitsversorgung zu sorgen. Die Entscheidung zur Übernahme von Patientus ist auf diesem Weg der nächste Schritt. Durch jameda wird der innovative Service von Patientus Millionen von Patienten einfach zugänglich gemacht.“

Die Software zur Videosprechstunde von Patientus zeichnet sich durch sehr hohe Datensicherheit und besondere Nutzerfreundlichkeit aus. Die Installation einer Software ist auf beiden Seiten nicht erforderlich, es genügt ein aktueller Internetbrowser. Damit bietet das Unternehmen Ärzten eine einfache und sichere Lösung, um die Zukunftstechnologie der Videosprechstunde in ihren Alltag zu integrieren. Mit diesem Konzept hat Patientus bereits verschiedene Krankenkassen und Ärzteverbände überzeugt und in Kooperation mit diesen das Angebot zur Videosprechstunde erfolgreich am Markt etabliert.

Mit der Übernahme durch jameda erhält das Unternehmen neben dem erweiterten Marktzugang auch die finanziellen Mittel für die Weiterentwicklung des Produktes. Das Angebot wird im Laufe des Jahres sukzessive auf jameda.de integriert werden.

Dr. Florian Weiß ergänzt: „Die Übernahme von Patientus durch jameda bietet große Chancen für beide Unternehmen und viele Vorteile für Ärzte und Patienten, die schon lange darauf warten, dass die Möglichkeit zur Videosprechstunde Bestandteil der normalen ärztlichen Versorgung wird. Wir danken dem Gründerteam von Patientus für seine großartige Entwicklungsarbeit und das Vertrauen in jameda und freuen uns auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit.“ Nicolas Schulwitz, Mitgründer und Geschäftsführer von Patientus: „Wir gehören in Deutschland zu den Pionieren der Telemedizin und freuen uns sehr, dass unser zukunftsweisendes Produkt unter dem Dach der starken Marke jameda den Zugang zu Millionen von Patienten und tausenden von Ärzten findet.“ Der Unternehmenssitz von Patientus bleibt in Berlin. Alle Mitarbeiter werden übernommen.

Über die Patientus GmbH:

Als Marktführer für Online-Videosprechstunden bietet Patientus Ärzten und Patienten eine Kommunikationslösung für den digitalen Arztbesuch. Das Angebot richtet sich an alle Patienten, die zum Beispiel ein erstes Informationsgespräch mit dem Arzt führen, eine Zweitmeinung einholen oder Kontrolltermine wahrnehmen möchten, ohne dafür in die Praxis gehen zu wollen oder zu können. Auch zeitaufwendige Hausbesuche auf dem Land oder bei Pflegebedürftigen können in Zukunft durch eine Online-Videosprechstunde ersetzt werden. Die Online-Lösung lässt sich einfach in den Alltag von Arzt und Patient integrieren, garantiert höchste Datensicherheit sowie eine unkomplizierte Benutzung und Benutzbarkeit ohne Zusatzsoftware.

Über die jameda GmbH:

jameda ist Deutschlands größte Arztempfehlung. Rund 5,5 Mio. Patienten monatlich suchen auf jameda nach genau dem richtigen Arzt für sich. Dabei helfen ihnen die Empfehlungen anderer Patienten, die von den Ärzten bereitgestellten Informationen sowie zahlreiche Filtermöglichkeiten. Zudem können Patienten ihre Arzttermine über die Online-Terminbuchungsfunktion direkt auf jameda buchen. Ärzte haben die Möglichkeit, ihre Praxis auf jameda vorzustellen und umfassend über ihr Leistungsspektrum zu informieren. Datenbasis bilden bundesweit rund 275.000 Ärzte und andere Heilberufler. jameda ist eine 100-prozentige Tochter der Burda Digital GmbH.