HL7 und IHE Deutschland gründen Spitzenverband

HL7 Deutschland (www.hl7.de) und IHE Deutschland (www.ihe-d.de) sind in ihrer Zusammenarbeit durch die Gründung des Spitzenverbands IT-Standards im Gesundheitswesen (SITiG) in die nächste Phase gegangen.

Der Spitzenverband soll die Interessen aller Standardisierungsorganisationen auf der politischen Ebene wahrnehmen und als zentraler Ansprechpartner für Parlament und Regierung sowie für die Organisationen der Selbstverwaltung auftreten, um gemeinsam die Standardisierung im Bereich der Informationstechnologie im Gesundheitswesen zu fördern.
Die Förderung und Verbreitung von internationalen IT-Standards zwischen allen Gesundheitsdienstleistern und den Patienten/Bürgern sowie die Kooperation unter den Standardisierungsorganisationen stehen dabei im Vordergrund. Dabei soll Einhaltung und Förderung von Prozessen maßgeblich sein, die durch Konsens, Transparenz, Ausgeglichenheit und Offenheit bei der Entwicklung von IT-Standards im Gesundheitswesen angewendet werden.

Als Vorsitzende wurde Prof. Dr. Sylvia Thun (Hochschule Niederrhein) und als stellvertretender Vorsitzender Alexander Ihls (Intersystems) gewählt.

Medikationsplan: bvitg weist Vorwürfe der KBV zurück

Im Hinblick auf die scharfe Kritik der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) an der Implementierung des Medikationsplan-Software-Moduls in die zugehörigen Praxisverwaltungssysteme (PVS) seitens der Industrie, stellt Ekkehard Mittelstaedt, Geschäftsführer des Bundesverbands Gesundheit-IT – bvitg e.V., folgendes fest:

1. Die fristgerechte digitale Umsetzung des Medikationsplans konnte überhaupt nur deshalb gelingen, weil die bvitg-Mitgliedsunternehmen bereits seit Jahren hohe Summen in dessen Entwicklung investiert haben und sich die Akteure – auch die KBV –  auf Basis eines von und mit der Industrie entwickelten Standards gemeinsam mit bvitg, ADAS und HL7 auf eine technische Spezifikation geeinigt haben.

2. Der Aufwand für die initiale Erstellung, die Pflege und die erforderliche Weiterentwicklung durch die Softwarehersteller für das zusätzliche Modul ist erheblich. Letztlich handelt es sich um Investitionen, die die niedergelassenen Ärzte aufgrund einer vom Gesetzgeber gewollten – und für die Patienten äußerst sinnvollen – Regelung zu leisten haben. Dabei obliegt es nicht der KBV darüber zu urteilen, wie die Unternehmen für die Umsetzung der neuen Vorgaben die Ausgaben für angefallene, notwendige Investitionen wiedereinnehmen.

3. Die Forderung nach einer angemessenen Refinanzierung für diese Investition ist verständlich. Es ist aber unverständlich, dass die Ärzteschaft zu Recht eine angemessene, zu den Pauschalen zusätzliche Vergütung für die Arbeit der Erstellung und Pflege des Bundesmedikationsplans fordert, zugleich aber den Softwareherstellern ebendiese Vergütung mit dem Verweis auf bestehende Pauschalverträge verwehrt.

4. Statt kostenlose Software-Module zu fordern oder gar der KBV zu gestatten, selbst Marktteilnehmer im Bereich der Gesundheits-IT zu werden, sollte sich die KBV darauf besinnen bei der Refinanzierung der gesetzlich geforderten Investitionen angemessene Vergütungen zu verhandeln. Im Übrigen könnte auch die KBV solche Software-Module nicht kostenlos programmieren lassen und müsste sie auf anderem Wege durch die Ärzte refinanzieren. Dieses Verhalten bedeutet einen Rückschritt in der Zusammenarbeit aller Akteure.

Zum Hintergrund: Fristgerecht legten Mitte 2016 die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), der Deutsche Apothekerverband (DAV) und die Bundesärztekammer (BÄK) eine Vereinbarung zum bundeseinheitlichen Medikationsplan vor, zur der auch eine technische Spezifikation angehört, die in enger Abstimmung mit dem Bundesverband Gesundheits-IT e.V. (bvitg), dem ADAS – Bundesverband Deutscher Apotheken-Softwarehäuser e. V. und HL7 Deutschland e.V. erstellt wurde. Im Hinblick auf die entstehenden Kosten bei der Implementierung des Software-Moduls in die zugehörigen Praxisverwaltungssysteme (PVS) kritisiert die KBV nun die Praxissoftwarehersteller scharf. Deshalb bezieht der Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e.V., der die führenden IT-Anbieter im Gesundheitswesen vertritt, Stellung.

Quelle: bvitg

conhIT 2017: Call for Papers für Nachwuchspreis 2017 und eHealth-Slam gestartet

conhIT-Nachwuchspreis 2017: Gesundheits-IT-Branche fördert Talente
Mit der Zielsetzung die Vertreter der Gesundheits-IT-Branche und anderer Einrichtungen im Gesundheitswesen mit potentiellen Nachwuchskräften zusammenzubringen, knüpft die conhIT 2017, Europas führende Veranstaltung für Gesundheits-IT, die vom 25. bis zum 27. April 2017 auf dem Berliner Messegelände stattfindet, wieder an ihre Vorjahres-Aktivitäten im Bereich Karriere und Nachwuchsförderung an.

Die zahlreichen Angebote richten sich speziell an Studierende, die sich in den letzten Zügen ihres Studiums befinden, sowie Absolventen, die einen Berufsanstieg anstreben. Neben dem Karriere-Workshop, dem Karriere-Speed Networking, der Jobbörse und dem Karriere-Guide markiert dabei die Verleihung des conhIT-Nachwuchspreises 2017 das Highlight der Karriereaktivitäten.

Bis zum 2. März 2017 können sich Nachwuchstalente aus den Fachbereichen Medizininformatik, E-Health, Gesundheitsökonomie, Gesundheitsmanagement und Healthcare Management mit ihrer Bachelor- oder Master-Abschlussarbeit dafür bewerben. „Unter allen Einsendungen zeichnet dann die Jury, die sich aus Experten aus der Wissenschaft und Industrie zusammensetzt, die Arbeiten aus, die in besonderer Weise praktische Ansätze dafür liefern, wie die Gesundheitsversorgung mittels IT nachhaltig verbessert werden kann. Damit fungiert die conhIT nicht nur als Treffpunkt aller namhaften Hersteller von Healthcare-IT, sondern ist auch ein einmaliges Karrieresprungbrett für Absolventen“, erklärt Jens Naumann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Gesundheits-IT – bvitg e.V., dem Veranstalter der conhIT.

Das Preisgeld wird in 2017 nochmal erhöht und beträgt insgesamt 6.500 Euro. Zudem erhalten alle Teilnehmer ein Überraschungspräsent als Dankeschön sowie eine Freikarte für die conhIT 2017. Am 26. April 2017 bekommen die Finalisten die Gelegenheit ihre Arbeit dem Fachpublikum vorzustellen. Im Anschluss daran werden die Gewinner gekürt. Die Verfasser der besten Abschlussarbeiten haben darüber hinaus dann auch die Möglichkeit auf der conhIT an einem exklusiven Meet & Greet mit den Sponsoren der Preisgelder – namhaften Vertretern der Industrie – teilzunehmen.

Der conhIT-Nachwuchspreis findet im Rahmen der conhIT-Karriereaktivitäten statt, die 2017 von den Partnern Agfa Healthcare GmbH, CompuGroup Medical Deutschland AG, medatixx GmbH & Co. KG, MEIERHOFER AG und VISUS Technology Transfer GmbH unterstützt werden. Weitere Informationen finden Sie unter conhIT-Karriere und conhIT-Nachwuchspreis.

eHealth-Slam: Auf der Suche nach innovativen Trends
Eine Software zur elektronischen Patientenaufklärung oder ein Video-Dienst, mit dem sich Dolmetscher zum Arztbesuch von Flüchtlingen virtuell hinzu schalten lassen – auch in diesem Jahr können Software- und Appentwickler im Rahmen des eHealth-Slams auf der conhIT praxisnahe Projekte aus dem eHealth-Bereich einem breiten Publikum in unterhaltsamer Form präsentieren, egal ob als Gedicht, Interview oder Live-Experiment. Die drei besten Vorstellungen auf der conhIT-Networkingfläche werden mit einem Preisgeld in einer Gesamthöhe von 850 Euro prämiert.

Alle Interessierten können sich ab sofort bis zum 10. Februar 2017 bewerben. Einzureichen ist eine Bewerbung bestehend aus einem Kurzlebenslauf und einem knappen Abstract plus Kurzvideo zum Projekt. Unter allen Einsendungen wählt eine Jury, die sich aus Studierenden, Wissenschaftlern und Industrievertretern zusammensetzt, jene Projekte aus, die einen unterhaltsamen Vortrag zum dem eHealth-Sektor versprechen. Die ausgewählten Beiträge werden am 27. März 2017 bekanntgegeben.

Der eHealth-Slam, bei dem die Teilnehmer sechs Minuten Zeit haben, ihr  Thema bzw. Projekt zu präsentieren, findet auf der conhIT am 26. April statt. Dort wird dann das fachkundige Publikum die ersten drei Sieger küren. Zur conhIT werden 2017 mehr als 9.000 Besucher und über 450 Aussteller aus 16 Ländern erwartet.

Ebenfalls bis zum 10. Februar 2017 können sich Unternehmen für Kurzvorträge im Rahmen einer Innovationssession und für Messeführungen bewerben. Die Innovationssession zu innovativen Produkten, Ideen oder Trendthemen findet am 26. April 2017 von 14.15 bis 15.30 Uhr statt. Die thematischen Messeführungen dauern eine Stunde und stehen allen Besuchern kostenlos zur Verfügung. Aussteller der conhIT 2017 können sich für eine Produktpräsentation zu zehn verschiedenen Themen bewerben. Das Themenspektrum der Führungen reicht dabei von viel diskutierten Themen, wie Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS), Elektronische Patientenakte und IT-Sicherheit, über relevanten Zukunftsthemen, wie Intelligente Assistenzsysteme & Health, IT-Lösungen in der Pflege sowie Patient Empowerment, bis hin zu neuen Innovationen im Bereich mHealth, wie beispielsweise Apps & Wearables sowie FHIR (HL7).

Quelle: conhIT